Die Checkliste der Gesellschaft "Bürger-Solaranlage Rödinghausen" empfiehlt folgende 14 Schritte zur Realisierung einer Bürger-Solaranlage:
1. Gesellschaftsform wählen (ggf. mit juristischer Beratung)
a) Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): Haftungsbeschränkung in jedem Einzelvertrag, mindestens 2 Personen (Beispiel: Rödinghausen mit 3 Geschäftsführern und 2 Kassenprüfern);
b) GbR mit beschränkter Haftung (GbRmbH): mindestens 2 Personen (Beispiel: Hiddenhausen);
c) Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH): Hierbei verdienen Notare am meisten
d) Verein: mindestens 7 Personen (Beispiel: Berlin)
2. Antrag an die Gemeinde stellen, ein geeignetes kommunales Dach 20 Jahre lang (oder länger) kostenlos zur Verfügung zu stellen.
3. Suche nach einem geeigneten Dach mit ausreichender Statik. Es empfiehlt sich eine Bescheinigung von einem staatlich geprüften Statiker. Strom- und Telefonanschluß mit DSL. Platz für Wechselrichter. Kurze Kabelwege. Dicke Bohrlöcher. Schattenwerfer wie Bäume, Gauben, Schornsteine sowie (geplante) Nachbargebäude?
4. Informationsveranstaltungen planen und vorbereiten. Terminplanung für 2 bis 4 Monate.
5. Presse- und Informationsarbeit. Mit der lokalen Presse (einschließlich Rundfunk) Termine vereinbaren. Artikel verfassen und mit Fotos „aufpeppen“. Information der BürgerInnen, aber auch der späteren GesellschafterInnen. Adressen- und E-Mail-Liste und -Verteiler der GesellschafterInnen erstellen.
6. Konto und Festgeld(unter)konto anlegen, am besten mit Homebanking.
7. Gewerbe anmelden (nach Rücksprache mit dem Bürgermeister haben wir nur einmal 20 Euro bezahlt und nicht für jede/n Gesellschafter/in 20 Euro!).
8. Steuernummer beim Finanzamt (ggf. mit Steuerberater). Kompliment: Unser Finanzamt hat die 19 % MwSt, die wir anfangs ja gleich mitbezahlen und durch einen Kredit zinspflichtig zwischenfinanzieren mussten, innerhalb von 2-3 Wochen zurückgezahlt!
9. Förderantrag stellen (mit Bescheinigung der Gemeinde und Fachexpertise von einem Solarteur). Wichtig! Das Datum des positiven Bescheids muss vor dem Datum der Auftragsvergabe liegen! Sonst gibt es keine „Kohle“. Achtung: Die Auszahlung der 5000 Euro Fördermittel hat nach unserem Auszahlungsantrag mehr als 3,5 Monate gedauert! Erst wiederholte Anrufe beim "Energieamt" in Dortmund haben die Bearbeitung "beschleunigt"!
10. Verträge ausarbeiten und mit den Gesellschaftern besprechen.
11. Ausschreibung. Die erste Solarfirma macht einen sehr detaillierten Mustervorschlag (sobald der Anlagenumfang klar ist). Mustervorschlag "A"„ mit Preisen und Mustervorschlag "B" ohne Preise. Mustervorschlag "B" geht dann (mit Einverständnis der ersten Firma) an 5-10 weitere Solarfirmen. Nach der Analyse der Angebote (ggf. mit einem Sachverständigen oder Experten) werden 3-5 Vergabegespräche geführt. Die Entscheidung fällen dann alle Gesellschafter oder die autorisierten Geschäftsführer. Die Auftragsvergabe erfolgt erst, wenn der positive Förderantragsbescheid eingetroffen ist!
12. Schlau machen durch Fachzeitschriften oder externe Berater, die aber meistens ein Honorar verlangen (manchmal lohnend, aber nicht immer). Zum Schluss, die letzten Entscheidungen, haben bei uns dann die Geschäftsführer getroffen, worauf sich die Gesellschafter verlassen haben und konnten.
13. Anmeldung beim Energieversorgungsunternehmen (EVU). Wir haben keinen Vertrag mit dem EVU abgeschlossen, obwohl sie in vielen Briefen immer wieder versucht haben, uns dazu zu überreden! Ein Vertrag hat fast nur für die EVU Vorteile, und ist überhaupt nicht notwendig! Über 90% der EVU-Verträge wurden von einer Fachzeitschrift als nicht empfehlenswert eingestuft.
14. Einweihungsfeier.
Quelle: Bürger-Solaranlage Rödinghausen
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