A- | A | A+
Seite drucken | Seite empfehlen

Baut "Friedens-Solaranlagen"

Kriege verhüten

Die Erkenntnis, dass Kriege vielfach um Ressourcen wie Wasser, Nahrung und Energie oder auch nicht-energetische Bodenschätze geführt werden, ist nicht neu. Auch die Wehrmacht zog beispielsweise wegen des Öls in den Kaukasus. In neuerer Zeit – etwa beim Golfkrieg 1990/91 – lautete die Kritik "Kein Krieg um Öl".

Neu ist allerdings der systematische Marsch der Bundeswehr in Auslandseinsätze mit dem förmlichen Auftrag, den Zugang zu Energierohstoffen und deren Handelswege zu sichern (vgl. Verteidigungspolitische Richtlinien 1992, Weißbuch der Bundeswehr 2006).

Das ist ein fundamentaler Bruch mit einem jahrzehntelangen Grundkonsens unserer Gesellschaft aufgrund der beiden Weltkriege, Krieg nicht mehr als Mittel der Politik bzw. zur Durchsetzung von Interessen zu nutzen.

 

"Energieaußenpolitik"

Neu ist auch, dass in der deutschen und europäischen Politik sehr intensiv über eine Energieaußenpolitik gesprochen wird. Neu ist ferner, dass führende deutsche Politiker vor einem Zeitalter der Rohstoffkriege warnen und hierbei auf den früheren US-Verteidigungs- und Energieminister James Schlesinger mit dessen Aussage verweisen: "Wenn es einen Dritten Weltkrieg gibt, dann wird er um Energie und Rohstoffe gehen."

Neu ist nicht zuletzt auch, dass führende Politiker wie Frank-Walter Steinmeier und Lothar de Maizière auf die große Bedeutung der Erneuerbaren Energien als kriegsverhütende Maßnahme verweisen, dann aber zugleich Kriege um Energie befürworten, systematisch vorbereiten (Aufrüstung) und bereits führen.

 

Erneuerbare Energien zur Verhütung von Kriegen

Unbestreitbar ist: Wenn wir uns im eigenen Land vollständig mit Erneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Wasser und Biomasse) versorgen, dann gibt es keinen Grund, Kriege um Öl, Gas, Kohle oder Uran zu führen. Der Ausstieg aus Öl, Gas, Kohle und Atom und der weitere dezentrale Ausbau einer erneuerbaren Energiewirtschaft sind insofern ein Schlüssel, um Kriege zu verhüten.

 

"Friedens-Solaranlagen"

Die Forderung an die Politik wie auch an die Bevölkerung muss daher heißen: "Investiert mit aller Kraft und in großem Maßstab in Sonnen‑, Wind‑ und in andere heimische Erneuerbare Energien, damit Kriege um Öl, Gas, Kohle und Uran überflüssig werden."

Die zentrale Botschaft lautet: "Baut Friedens-Solaranlagen." Friedens-Solaranlagen können das sichtbare Zeichen einer "neuen Friedensbewegung" werden.

Es handelt sich um weitaus mehr als nur eine Symbol-Politik, denn mit jeder Solaranlage werden Kriege um Energie ein Stück unwahrscheinlicher. Mit jetzt schon rund 16% der Stromerzeugung Deutschlands und der Perspektive auf 100% handelt es sich nicht um "Peanuts", sondern um eine hoch-wirksame Strategie zur Verhütung von Energie-Kriegen. Die Bevölkerung hat einen wesentlichen Schlüssel einer Friedenspolitik selbst in der Hand.

 

Mit 1000 Euro sind Sie dabei

Abgesehen von Solaranlagen auf dem eigenen Dach kommen auch Beteiligungen an Windenergie-Anlagen oder an gemeinschaftlichen "Bürger-Solaranlagen" in Betracht.

Schon mit einer 1000-Euro-Beteiligung an einer modernen Windenergieanlage lässt sich mehr Strom erzeugen, als man selbst verbraucht. Das zeigt: Die Mitgestaltung einer friedens-schaffenden Energiezukunft ist für fast jeden erschwinglich.

Von Henrik Paulitz

 

« zurück